Bulls-Motor stottert noch in der Vorbereitung

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Bei perfektem Altweibersommerwetter machten sich die Sitting Bulls in der Früh des 27. Septembers in die ländliche Idylle in Gnas auf, um zwei Vorbereitungsspiele gegen die slowenische Mannschaft aus Maribor und den Dritten der letztjährigen österreichischen Meisterschaft, die gastgebenden Flink Stones, zu absolvieren – recht glücklich kehrten sie ob ihrer laschen Leistung allerdings nicht in den Norden Österreichs zurück.
Neuzugang Joachim Gustavsson weilt bis Ende Oktober beim schwedischen Nationalteam, Andreas Kraft bereitet sich momentan intensiv auf die Schwimm-Europameisterschaft in Island vor, Andreas Zankl leidet unter einem Sehnenriss im Finger – nebst generell fehlender Aggressivität am Rollstuhl, der sich scheinbar noch im Sommerurlaub befindlichen Spritzigkeit und fadem, langsamen Passspiel taten sich so vor allem im Inside-Spiel recht große Schwächen bei den Niederösterreichern auf.

Conveen Sitting Bulls – Maribor                        66:48 (37:17)

Nach einem souveränen 15:0-Blitzstart gegen die körperlich unterlegenen Marburger dominierte der amtierende österreichische Meister bis zum Ende des ersten Viertels ganz klar. Nach dem 23:4 nach zehn Minuten war es aber im Großen und Ganzen vorbei mit der niederösterreichischen Herrlichkeit für dieses Wochenende. Zwar wechselten die Bulls wie in der Vorbereitungsphase üblich sehr viel durch, doch waren haarsträubende Fehler in der Verteidigung im zweiten Viertel vor allem gegen den eigentlich eher langsamen Boris Klep alles andere als ein Einzelfall. Auch der slowenische Centerspieler Rec kam am Zonenrand öfters sehr frei zum Wurf und erzielte in einem ausgeglichenen Viertel immerhin sechs Punkte.
Zwar waren die erzielten Punkte bei den Sitting-Bulls-Spielern schon fast perfekt gleichverteilt, aber am Spielfeld dominierte die Unsicherheit bei der Suche nach der besten Angriffsoption über fast vierzig Minuten. Einzig Routinier Leo Eckerl konnte mit seiner Treffsicherheit und starken 12 Punkten überzeugen. Nach einem 17:37 zum Seitenwechsel und einem 33:50 nach 30 Minuten erzielten die südlichen Nachbarn dank toller Distanzwürfe von Zunko mit einem 48:66 ein respektables Ergebnis.

Kraft 13, Eckerl, Prause je 12, Wastian 11, Zankl 10, Holzreiter 5, Riedl 2, Hanisch 1, Savic bzw. Klep 17, Zunko 14, Rec 10, Osmanaj 5, Medved 2, Lilek

Conveen Sitting Bulls – Flink Stones                    45:52 (18:17)

Zwar musste man in diesem Spiel aufgrund organisatorischer Gründe die Uhr meist durchlaufen lassen und mit Hartleb, dem Coach der Steirer, und Streitmaier auf zwei noch nicht so routinierte, aber sehr bemühte Schiedsrichter zurückgreifen – aber gleich vorweg: Mit dem Verlauf dieses Matches hatte das rein gar nichts zu tun.
Das erste Viertel war überwiegend durch Fouls der steirischen Spieler geprägt, die fälligen Freiwürfe verwerteten die Bulls alles andere als souverän – 10:5 für die Bulls nach zehn kurzen Spielminuten. Weiterhin behäbig wirkende Angriffsbemühungen und vergebene Freiwürfe der Bullen in Viertel 2, wohingegen die Flink Stones über Grabner immer besser ins Spiel kamen und auch immer öfter Löcher in der schwachen Verteidigung der Bullen fanden. Insgesamt war das Spiel jetzt ausgeglichen, der Halbzeitstand von 18:17 zugunsten der Niederösterreicher war nicht auf eine Defense-Schlacht, sondern auf die durchlaufende Spieluhr zurückzuführen.
Zu Beginn des dritten Spielabschnitts übernahmen die Gastgeber dann knapp die Führung, in den letzten drei Minuten setzten sie sich dann plötzlich von zwei auf elf Punkte ab – weder die inferiore Verteidigung noch die Bank reagierten in dieser Phase, die Bullen schienen wie von einem Betäubungspfeil getroffen. Nach der Viertelpause dann aber doch eine Reaktion, Riedl und der für Prause auf den Court gekommene Zankl verkürzen schnell auf 38:40. Doch ab diesem Zeitpunkt sind die niederösterreichischen Center Kraft und Zankl in der Zone wieder gut vom langen Theissl und seinen Teamkollegen abgedeckt – sie können ihre Chancen nicht hochprozentig verwerten, und Offensivrebounds gelingen ihnen auch keine. Tomaschitz, wiederholt schlecht verteidigt, bringt gut eineinhalb Minuten vor Schluss die Steirer wieder mit sechs Punkten in Front. Wastian antwortet mit einem Dreier, doch die niederösterreichische Verteidigung ist abermals inkonsequent und lässt noch Punkte von Theissl und Tomaschitz zu, während Wastian den nächsten notwendigen Dreipunkteversuch vergibt.
Die Flink Stones gewinnen dieses Vorbereitungsspiel verdient mit 52:45 und damit das kleine Freundschaftsturnier von Gnas – die Bullen müssen im Training in den nächsten Wochen einen Zahn zulegen, um bei ihrem ersten Meisterschaftsauftritt am 17. Oktober in Salzburg souverän zu agieren.

Prause 13, Kraft 11, Wastian 9, Riedl 8, Holzreiter, Zankl je 2, Eckerl, Hanisch bzw. Goldgruber 18, Tomaschitz 14, Grabner 11, Theissl 8, Schmerlaib 1

Punkte Sitting Bulls gesamt:
Prause 25, Kraft 24, Wastian 20, Eckerl, Zankl je 12, Riedl 10, Holzreiter 7, Hanisch 1, Savic