Revanche gegen Wiener Delfine geglückt

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Conveen Sitting Bulls entscheiden spannendes Spiel für sich
Letzte Saison mussten die Conveen Sitting Bulls im Halbfinale im Happyland in Klosterneuburg die einzige und ausgesprochen bittere Saisonniederlage gegen die LoFric Dolphins Wien hinnehmen – am 7. Dezember hatten sie am selben Ort im Rahmen der zweiten Runde der österreichischen Staatsmeisterschaft 2008/2009 die Möglichkeit zu einer kleinen Wiedergutmachung. In der bis dato sicher hochklassigsten Partie in dieser Saison lieferten sich die beiden Teams aus den Nachbarbundesländern ein heißes und bis zum Schluss spannendes Duell, das die Niederösterreicher (ohne Hanisch, Holzreiter, Zankl) letztlich dank der souveräneren Leistung von der Freiwurflinie und einer guten Verteidigung im Schlussviertel 68:61 gewinnen konnten.
Mit diesem Erfolg untermauerten die Bullen ihre Titelambitionen – dass diese Wiener Mannschaft neben dem amtierenden Staatsmeister aus der Steiermark und den Sitting Bulls aber für ein aufregendes Meisterschaftsfinale sorgen wird, erkannte auch jedermann.

Conveen Sitting Bulls : LoFric Dolphins Wien 68:61 (36:33)

Während die Dolphins aus Wien mit elf genannten Spielern personell aus dem Vollen schöpfen konnten, mussten die Niederösterreicher nicht nur auf den länger ausfallenden Thomas Holzreiter und auf Alexander Hanisch verzichten, sondern auch den Achillessehnenriss von Coach und Centerspieler Andreas Zankl verkraften.
Die Sitting Bulls, für die Wastian, Riedl, Kaufmann, Prause und Kraft auf den Court rollten, wussten, dass der Schlüssel zum Sieg vor allem in der Verteidigung gegen den tschechischen Legionär der Wiener – Radim Reichl – und Robert Holdernig lag, doch gerade diese beiden stellten schon in der ersten Minute auf 4:0 für die Hauptstädter. Zwar verwertete Prause gleich darauf ein Dreipunktspiel und führten die Bulls nach sechs Minuten 9:8, doch nie hatte man im ersten Spielabschnitt das Gefühl, dass es den Niederösterreichern gelingen könnte sich von Anfang an abzusetzen. Zudem beging Kapitän Hannes Kaufmann in Minute sechs sein bereits drittes Foul – für ihn kam der kaum am regulären Trainingsbetrieb teilnehmende Michael Höller.
Auch im zweiten Viertel wogte die Führung hin und her, über 18:23 kamen die Conveen Sitting Bulls vor allem dank der starken Offense von Harald Prause zur 36:33-Halbzeitführung. Eine höhere Führung vergaben die Spieler von Coach Andreas Zankl aber vor allem in jener Phase leichtfertig, als Reichl nach seinem dritten Foul kurz auf der Bank Platz nahm und der Deutsche Zarling drei Mal in Folge nach schlechtem Pressing der Niederösterreicher unter dem Korb scoren konnte.
Die Halbzeitpredigt in der Kabine der Bulls verfehlte zunächst völlig ihre Wirkung – einen 9:0-Lauf der Wiener Delfine konnte Prause mit einem verwandelten Freiruf erst in Minute 24 unterbinden. Ab diesem Zeitpunkt sahen die Zuschauer quasi ein Duell zwischen Reichl auf der Wiener sowie Prause und Wastian auf niederösterreichischer Seite – für beide Teams konnten die anderen Spieler nur mehr je vier zusätzliche Punkte beisteuern. Reichl konnte immer wieder aus recht großer Distanz von der Baseline punkten und überzeugte mit 35 Punkten bei einer Quote von 56%, Prause kam auf 25 Punkte bei selbiger Quote. Wastian tauchte aufgrund seiner Schnelligkeit immer wieder unter dem gegnerischen Korb auf, wo Reichl aufgrund seiner Foulprobleme nur mehr mit Vorsicht verteidigen konnte, und traf in der zweiten Halbzeit sowohl alle seine sechs Würfe aus dem Feld als auch seine sechs Freiwürfe. Nach dem 56:53 zugunsten der Wiener in Minute 32 zeigten jedoch die aggressive Verteidigung gegen Reichl, der fast über das ganze Feld gepresst wurde, und einige Steals von Kraft und Wastian, der insgesamt auf derer sieben kam, Wirkung: Die Bulls gingen mit 61:56 in Front (35.). Eine nochmalige Gegenwehr von Loisinger und Reichl, der mit einem Dreier zum 61:61 ausgleichen konnte, das fünfte Foul von Riedl in Minute 36 und drei leichte Ballverluste von den Bulls in den Schlussminuten konnten von den Wienern allerdings nicht genutzt werden. Die Wiener kamen ihrerseits mit der Verteidigung der Bullen nicht mehr zurecht und trafen ihre Verzweiflungswürfe jenseits der Dreierlinie nicht oder verloren den Ball, während Prause und Wastian den knappen 68:61-Erfolg der Conveen Sitting Bulls fixierten.

Matthias Wastian

Prause 25, Wastian 23, Kraft 12, Höller, Riedl je 4, Eckerl, Kaufmann bzw. Reichl 35, Holdernig 10, Kainz, Zarling je 6, Loisinger 4, Cansic, Dogan, Lambrechter, Selimi