Sitting Bulls

Slideshow

Vierter Platz bei der Vorrunde des André-Vergauwen-Cups in Klosterneuburg

E-Mail Drucken PDF

Die Hiobsbotschaften erreichten die Sitting Bulls schon vor der Austragung der Vorrundengruppe des André-Vergauwen-Cups in Klosterneuburg. Einerseits weilte die Glücksfee bei der Auslosung wohl gerade auf Urlaub und bescherte den Sitting Bulls den mit Abstand schwersten Pool. Hinzu kam noch, dass am Montag Center Alois Gruber auf dem Weg zum Training Opfer eines Auffahrunfalls wurde – mehrere Wochen Trainingspause aufgrund eines Peitschenschlagsyndroms sind die Folge, an einen Einsatz im Basketballrollstuhl beim Europacup war nicht zu denken. Für ihn mussten Michael Höller, der der Mannschaft eigentlich nur in Notsituationen aushilft und nicht regelmäßig trainiert, und der erst 15-jährige Andreas Kraft, der zudem noch auf 4 Klassifikationspunkte hinaufgestuft wurde, einspringen. Auf Ersatzspieler Erich Artner konnte man wegen seines Rippenbruchs ebenfalls nicht zurückgreifen.
Die Sitting Bulls können mit dem vierten Rang nach einem verdienten Sieg über Les Aigles de Meyrin aus der Schweiz jedoch zufrieden sein, weil man auch gegen die europäischen Spitzenteams immer wieder phasenweise guten Basketball gezeigt hat.

Conveen Sitting Bulls : RSC Rollis Zwickau 33:104 (15:57)

Gegen die Vollprofimannschaft aus Zwickau, in deren Starting Five mit Matthias Heimbach lediglich ein Deutscher zu finden war, rollten die Bullen als klare Außenseiter aufs Feld. Die Ostdeutschen waren letztes Jahr nur aufgrund der zwei Spiele dauernden Sperre von Kapitän Piotr Luszynski nicht ins Finale der deutschen Meisterschaft gekommen und zählen sicherlich zu den besten Teams Europas. Auch wenn man den deutschen Nationalteamkapitän Lars Christink beurlaubte, so verstärkte man sich mit Mehmet Hayirli und dem Topscorer der letzten Europameisterschaft, dem Polen Mateusz Filipski, klar gegenüber dem Vorjahr.
Trotz dieser Ausgangslage gelang den Niederösterreichern als klarer Underdog ein fulminanter Start: Riedl, Höller und Kaufmann trafen von außen, die Defense stand gut und Wastian konnte mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf in der fünften Minute sogar die 9:8-Führung erzielen. Im weiteren Verlauf des ersten Viertels stellten die Rollis dann aber klare Verhältnisse her und verhinderten vor allem mit ihrer starken Full Court Press einen weiteren Korberfolg für den österreichischen Vizemeister. Auch in der Offensive zeigten die Zwickauer Basketball vom feinsten und zogen vor allem dank Luszynski noch bis zum Ende des ersten Viertels auf 28:9 davon. Die Bulls kämpften, waren aber körperlich klar unterlegen und kamen fast nur durch Höller und Wastian vor allem im dritten Viertel zu einigen Punkten.
Einige impressionante Statistiken der Zwickauer: 9 von 10 Treffer aus der Mitteldistanz, eine Gesamttrefferquote von 66%, 38 Rebounds (gegenüber 15 der Bulls), 32 Assists, 15 Steals. So gewinnt man ein Match mit 104:33.
In der Pause fand ein toller 3-Punkte-Wettbewerb mit Spielern der Xion Dukes aus Klosterneuburg statt: Creddle und Nagler gewannen mit Filipski von den Rollis Zwickau gegen Diwald und Watson mit Wastian von den Sitting Bulls mit 18:12.

Wastian 11, Höller 10, Prause, Riedl je 4, Eckerl, Kaufmann je 2, Hanisch, Kraft bzw. Luszynski 32 (11 Assists), Filipski 27 (14 Assists), Pohlmann 14, Heimbach, Srutka je 8, Balcerowski 7, Müller 4, Hayirli, Oehme je 2, Krug

Conveen Sitting Bulls : CD Once Andalucía 40:94 (24:50)

Im zweiten Match der Bulls am Samstag Vormittag wartete mit dem spanischen Tabellenführer ein höchstens minimal schwächerer Gegner als der RSC Rollis Zwickau: Sevilla hat zwar mit Bill Latham aus Australien nur einen Legionär in seinen Reihen, aber man wird kaum bessere Rollstuhlbasketballer aus Spanien als De Paz, Navarro oder Vargas finden.
Wiederum gelingt den Sitting Bulls ein sehr akzeptabler Start, nach vier Minuten steht es 6:6. Den Dreier von De Paz beantwortet der in der ersten Hälfte ausgezeichnete Kapitän Hannes Kaufmann ebenfalls mit einem Treffer von hinter dem großen Bogen. Danach setzte sich aber die Spielintensität des internationalen Klassegegners durch, nach zehn Minuten stand auf der Anzeigetafel bereits 25:11. Trotzdem gelangen den Bulls immer wieder sehenswerte Aktionen, Highlights mit Sicherheit das Vierpunktspiel von Kaufmann nach Foul von De Paz und ein Korbleger mit der 24-Sekunden-Sirene von Eckerl nach Assist von Wastian. Auch Andi Kraft zeigte mit 4 Punkten und 5 Rebounds ein weiteres Mal sein Talent.
Nach dem dritten Viertel (35:62) dominierte dann Navarro das Spielgeschehen und scorte nicht weniger als 17 Punkte in den letzten zehn Minuten, bei den Bulls ging nicht mehr viel. Schlussendlich musste man mit 40:94 gegen die zweite internationale Topmannschaft die zweite deutliche Niederlage einstecken.

Kaufmann 12, Höller, Prause je 7, Eckerl, Kraft, Riedl je 4, Wastian 2, Hanisch, Pawle bzw. Latham, Navarro je 27, De Paz 15, Sanchez 8, Alfonso 1, Beiro, Munoz, Pernia, Romero

Conveen Sitting Bulls : AS Santo Stefano 71:45 (36:20)

Binnen 24 Stunden wartete die dritte europäische Profimannschaft auf die Sitting Bulls. Bei Santo Stefano standen nicht gerade viele Italiener am Feld, neben den dominanten Hochpunktern Richard Nortje aus Südafrika (4,5 Klassifizierungspunkte) und Rotem Philipps aus Israel (4 Klassifizierungspunkte) stehen mit Jace Clare aus Australien, Oscar Jimenez aus Spanien und Günther Mayer aus Deutschland noch weitere Legionäre im Kader des aktuellen Tabellen-Vierten aus unserem südlichen Nachbarland.
Die Bullen machten ihrem Namen alle Ehre und kämpften von Beginn an. Eine aggressive und gute Defense im ersten Viertel ließ vor allem Nortje nicht richtig in die Partie finden, und auch wenn auch die Niederösterreicher anfangs ihre Angriffe zu selten verwerteten, so konnten die Zuschauer zahlreiche Steals und tollen Einsatz bejubeln. Prause spielte stark und konnte am Zonenrand immer wieder seinen starken Wurf einsetzen, Riedl und Höller trafen von der Seite. Nach dem 12:13 nach dem ersten Spielabschnitt hielten die Bullen weiter gut mit, ehe drei Minuten vor der Halbzeit der Faden riss und die Italiener rasch davonzogen – Zankl hatte in dieser Phase leider kein Time Out mehr zur Verfügung, und so war Santo Stefano mit 36:20 schon die Vorentscheidung gelungen. Zwar hatte man Nortje in 20 Minuten bereits zu 6 Turnovern gezwungen, aber die Unterlegenheit am Brett machte ein besseres Resultat zunichte: Sowohl Nortje als auch Philipps hatten in der ersten Hälfte mit jeweils 12 Rebounds mehr auf ihrem Konto als das ganze Heimteam im Happyland. Auch die Wurfquote war bei den Italienern deutlich höher.
In der zweiten Hälfte zeigten die Bullen, dass sie zumindest phasenweise auch mit deutlich renomierteren Gegnern mithalten können: In den zweiten zwanzig Minuten ist man mit 25:35 relativ nahe an dem legionärsgespickten Team aus Italien dran, die erst in den letzten fünf Minuten jene Spieler zum Einsatz bringen, die normalerweise nicht so viele Spielminuten bekommen. Sehr stark spielten wieder Michael Höller und Harald Prause mit jeweils 15 Punkten, Wastian kam zwar auf 7 Rebounds, 5 Steals und 4 Assists, traf aber nur einen von zehn Versuchen aus dem Feld.
Mit dem 45:71 konnten die Bullen auf jeden Fall gehobenen Kopfes vom Spielfeld rollen und mit Selbstvertrauen in das entscheidende Spiel um Platz 4 gegen den schweizerischen Vertreter gehen.

Höller, Prause je 15, Riedl, Wastian je 5, Kaufmann 3, Eckerl 2, Hanisch bzw. Nortje 31 (15 Rebounds), Philipps 26 (17 Rebounds), Loperfido 6, Simula 4, Clare, Torregiani je 2, Ceriscioli, Dentamaro, Jimenez, Mayer, Miani

Conveen Sitting Bulls : Les Aigles de Meyrin 68:62 (29:29)

Schon sofort nach Bekanntgabe der Auslosung war Coach Zankl klar gewesen, dass dies das entscheidende Spiel um den vierten Platz werden würde, den die Sitting Bulls zuhause um jeden Preis erreichen wollten. Das Spiel des Schweizer Tabellenführers wird von den beiden Routiniers Than Boos und André Birrer organisiert, hinzu kommt mit Kevin Reichenbach ein talentierter Nachwuchscenter.
Ab dem Hochball ist klar, dass es sich bei der letzten Partie des Pools C des André-Vergauwen-Cups um eine umkämpfte handeln wird. Die 2:0-Führung durch Riedl ist nach wenigen Sekunden erzielt, doch Boos zeigte in weiterer Folge seine Erfahrung als Point Guard und war sowohl mit seinen Distanzwürfen als auch mit seinen Assists brandgefährlich. Die Führung in einem spannenden Spiel wechselte mehrmals, das 13:15 nach dem ersten Viertel glichen die Bullen bis zur Halbzeit wieder aus.
Der „Edelersatzspieler“ Höller spielte eine unglaubliche erste Hälfte (6 von 7 aus dem Feld), war aber früh mit drei Fouls belastet – genauso wie Harald Prause. Doppelt bitter für die Bulls, weil der einzige andere größere Spieler Andi Kraft fieberbedingt ausfiel. Doch Eckerl pflückte allein in der ersten Hälfte 6 Rebounds und entlastete somit die Center. Gut für die Bulls auch, dass Boos seine ansonsten sehr gute Leistung mit 7 Turnovern und 3 Fouls in zwanzig Minuten deutlich schmälerte.
Diese 3 Fouls sind wohl auch der Grund dafür, weshalb Coach Sapia seinen verlängerten Arm zunächst auf der Bank lässt, und das nützen die Bullen eiskalt aus. Mit einer Energieleistung in diesem starken dritten Viertel ziehen die Niederösterreicher davon – Wastian, Riedl, Eckerl und Prause treffen aus der Halbdistanz, die Verteidigung lässt kaum etwas zu. Zwar kommt Boos gleich wieder zurück, aber das ändert am Bild in diesem Spielabschnitt wenig. Wastian kann Höller und Prause immer wieder in der Zone finden und die Center verwerten sehr hochprozentig. Das 54:41 scheint die Vorentscheidung zu sein, doch das ist trügerisch. Während die Bulls im letzten Spielabschnitt nicht mehr so einfach zu Punkten kommen, trifft Boos seine Würfe. Verfehlt er, ist Reichenbach mit Offensivrebounds zur Stelle. Dank gut gewählter Time Outs kann Zankl seine Mannschaft jedoch beruhigen und diese lässt sich durch das Näherkommen der Eidgenossen nicht aus dem Konzept bringen. Auch als der Vorsprung nur mehr zwei Punkte beträgt, lassen sich die Bullen durch die Presse nicht verunsichern und nutzen ihre Fastbreakchancen. Als Kaufmann kurz vor Schluss beide Freiwürfe versenkt, ist das Match entschieden, daran konnte auch ein Dreier von Birrer nichts mehr ändern.
Zum Abschluss der Europacup-Vorrunde können sich die Conveen Sitting Bulls über einen verdienten 68:62-Erfolg und den vierten Gesamtrang freuen.

Höller 22, Prause 17 (11 Rebounds), Wastian 11, Eckerl, Riedl je 8, Kaufmann 2 bzw. Boos 28 (10 Turnover), Reichenbach 12 (10 Rebounds), Birrer 11, Alfaro, Betl je 4, Kopfli 2, Genton 1, Dubuis, Marchese, Semmler, Siegenthaler

Topscorer des Turniers wurde Piotr Luszynski von den RSC Rollis Zwickau, zum MVP wurde Richard Nortje von AS Santo Stefano gekürt. Der Fair-Play-Pokal ging in die Schweiz.
Gratulation an die Rollis Zwickau und CD Once Andalucía, die mit dem ersten bzw. zweiten Platz das Ticket für die Finalrunde in Frankreich gelöst haben! Viel Glück dort!

Die anderen Spiele:
AS Santo Stefano : CD Once Andalucía 66:79
RSC Rollis Zwickau : Les Aigles de Meyrin 107:26
Les Aigles de Meyrin : AS Santo Stefano 34:75
CD Once Andalucía : RSC Rollis Zwickau 72:90
Les Aigles de Meyrin : CD Once Andalucía 33:71
RSC Rollis Zwickau : AS Santo Stefano 63:53

Tabelle:
1. RSC Rollis Zwickau
2. CD Once Andalucía
3. AS Santo Stefano
4. Conveen Sitting Bulls
5. Les Aigles de Meyrin

Gesamtpunkte der Bulls:
Höller 54
Prause 43
Wastian 29
Riedl 21
Kaufmann 19
Eckerl 16
Kraft 4
Hanisch 0
Pawle 0
Bock n. e.

 

News

Facebook Image
Banner
Banner

Nächste Spiele ÖMS