Sitting Bulls

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Meistertitel bereits im Halbfinale vergeben

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Die Sitting Bulls dominierten in der Saison 07/08 alle Spiele ganz klar – bis auf eines. Im Halbfinale setzt es ohne die drei Center Gruber, Zankl und Kraft gegen ein im letzten Moment aufgerüstetes Team aus Wien eine bittere Drei-Punkte-Niederlage, mit der sich die Niederösterreicher um den Lohn einer ansonst eigentlich guten Saison bringen.

 

Semifinalspiele:

Conveen Sitting Bulls : ABSV LoFric Dolphins 63:66 (32:31)

Im Gegensatz zu den beiden klaren Siegen der Bullen in der Vorrunde (69:27, 85:30), stand dieses erste Halbfinalspiel im Klosterneuburger Happyland unter ganz anderen Voraussetzungen. Zwar gingen die Sitting Bulls noch immer als klare Favoriten ins Spiel, aber auf Seiten der Wiener Delphine hatte der bisher einzige dominante Spieler Radim Reichl mit Robert Holdernig (4 Klassifikationspunkte), Günther Kainz (3) und dem Deutschen Sven Zarling (3,5) gleich von drei großen Spielern Unterstützung erhalten. Die Bullen hingegen mussten mit Alois Gruber (verletzungsbedingt), Andreas Kraft sowie Spieler und Trainer Andreas Zankl (berufsbedingt) gleich drei große Spieler vorgeben. Somit lastete die ganze Verantwortung für die Centerposition auf Harald Prause und dem eigentlich nicht am regulären Trainingsbetrieb teilnehmenden Michael Höller.
Wie so oft gegen die Wiener Mannschaft verschliefen die Bullen den Start, vor allem weil der Tscheche Reichl seinen ausgezeichneten Distanzwurf in den ersten vier Minuten gleich zweimal verwerten konnte. Erst nach dem 2:9 erwachten die Sitting Bulls ein wenig aus ihrer Lethargie und konnten in Minute 8 auf 11:11 stellen. Ein weiterer Leistungseinbruch der Bullen in der ersten Hälfte des zweiten Viertels brachte die Vienna Dolphins mit 26:17 in Front; wie über weite Strecken der ganzen Partie fand keiner der Bullen zu seiner gewohnten Wurfsicherheit. Vor allem Prause kam zwar immer wieder zu guten Wurfpositionen, doch klebte ihm das Wurfpech an den Fingern. Egal ob es die Niederösterreicher mit Zonenverteidigung oder Full Court Press versuchten, immer schienen die Wiener dank ihrer drei großen Spieler körperlich ein wenig überlegen. Bis zur Pause konnte man sich zwar die Führung zurückholen, der Polster von einem Punkt war allerdings nicht der Rede wert.
Als Prause und Höller zu Beginn des dritten Viertels das 42:35 herauswarfen, schienen die Bulls trotz der schwachen Leistung wenigstens ergebnismäßig auf dem richtigen Weg zu sein, doch Reichl konterte mit sechs Punkten in Folge und verhinderte damit eine mögliche Vorentscheidung. Im Gegenteil, in Minute 27 traf Dougan zur Führung für die Hauptstädter, die sie zur Mitte des Schlussabschnitts auf 57:52 ausgebaut hatten. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende brachte Prause seine Sitting Bulls wieder mit 60:59 voran, doch Reichl konterte sofort zum 61:60. Wie schon im ganzen Spiel wirkten die Bullen auch in dieser entscheidenden Schlussphase alles andere als souverän. Kaufmann saß schon mit fünf Fouls auf der Bank, die Spieler am Court begingen unnötige Fehler und sahen sich 14 Sekunden vor Ende schon fast aussichtslos mit 60:66 zurück. Als Wastian seinen Dreipunktewurf traf und anschließend den jungen Dougan foulen konnte, keimte noch ein wenig Hoffnung auf. Dougan verwarf auch beide Freiwürfe, doch anstatt aus siebeneinhalb Metern zu werfen, gab Wastian nochmals ab und die Bullen kamen in der Schlusssekunde zu keinem kontrollierten Wurf mehr.
Mit hängenden Köpfen rollten die Sitting Bulls danach vom Feld, eine sehr schwache Leistung im falschen Moment und die fehlenden Wechselspieler auf der Centerposition verursachten das schlechteste Meisterschaftsergebnis seit Jahren. Die LoFric Dolphins aus Wien standen verdient im Meisterschaftsfinale.

Prause 21, Höller 18, Riedl 12, Wastian 8, Eckerl, Kaufmann je 2 bzw. Reichl 27, Holdernig 25, Dougan, Kainz, Zarling je 4, Ada 2, Lambrechter, Selimi, Swoboda

RSV Basket Salzburg : Flink Stones 48:76 (20:34)

Die Salzburger waren ohne Karl, Pfaller, Ammerer und Wibmer angereist und dementsprechend klare Außenseiter. Das erste Viertel gegen die Flink Stones aus der Steiermark war dank 6 Punkten von Auer noch ziemlich ausgeglichen, doch ein 12:0-Run zum 30:13 in der Mitte des zweiten Spielabschnitts brachte die Vorentscheidung für das Team um Topscorer Goldgruber. In einem starken dritten Viertel (26:16) setzten sich die Flink Stones noch deutlicher ab, um dann ohne großes Zittern einen klaren 76-48-Sieg und den Finaleinzug zu feiern.
Auer, Kieweg je 10, Piljug 9, Huber, Rausch, Riedlecker je 5, Allmann 4, Winkler bzw. Goldgruber 27, Tomaschitz 12, Grabner, Prem, Theissl je 10, Grundner 3, Kopp, Schnmerlaib je 2, Hirtner, Koller

Spiel um Platz 3:

Conveen Sitting Bulls : RSV Basket Salzburg 79:28 (50:12)

Mit ziemlicher Wut im Bauch ob des verpassten Finaleinzugs starteten die Sitting Bulls (diesmal mit Zankl in der Starting Five und Kraft auf der Bank) mit einer aggressiven und sehr souveränen Defense, nach dem 12:6 nach fünf Minuten setzte sich auch im Angriff die klare Überlegenheit im Umgang mit dem Rollstuhl durch. Prause hatte sein Wurfhändchen wiedergefunden und erzielte schon im ersten Viertel 14 Punkte. Über ein 31:6 zur Viertelpause zogen die Bullen ohne Gegenpunkt bis auf 35:6 davon, ehe Kieweg endlich den 23:0-Lauf der Sitting Bulls beenden konnte.
Mit der Möglichkeit auch auf den Centerpositionen wechseln zu können, warf Zankl früh das Wechselkarussel an. Die starken Hanisch und Kraft trugen sich gleich in die Scorerliste ein, spätestens zur Pause war die Partie wie so viele andere in dieser Saison dann bereits gelaufen. In der letzten Minute des dritten Viertels erhöhte Wastian mit sieben Punkten auf 67:22, im letzten Viertel passierte dann nicht mehr wirklich viel.
Trotz dieses klaren Erfolgs war keiner der Sitting Bulls bei der gleich nach der Schlusssirene erfolgenden Verleihung der Bronzemedaille glücklich, die Enttäuschung über die Halbfinalniederlage überwog.

Prause 20, Kraft 15, Zankl 12, Riedl 10, Wastian 8, Hanisch 6, Kaufmann 4, Höller, Pawle je 2, Bock, Eckerl bzw. Huber 6, Allmann, Auer, Kieweg, Piljug, Riedlecker je 4, Rausch 2

Spiel 1 der Best-of-Three-Serie

LoFric Dolphins Wien : Flink Stones 72:76 (42:27)

Erstmals wird in dieser Saison das österreichische Meisterschaftsfinale als Best-of-Three-Serie gespielt. Und in dieser Serie treffen mit den LoFric Dolphins aus Wien und den Flink Stones aus der Steiermark wohl zwei Teams aufeinander, mit denen nicht viele gerechnet haben. Beide Vorjahresfinalisten waren ja im Halbfinale gescheitert.
Kapitän Prem brachte die Steirer in Führung, doch zunächst schienen die Wiener das stärkere Team zu sein. Vor allem die beiden Topscorer aus dem ersten Match, Reichl und Holdernig, konnten von der Verteidigung der Flink Stones nicht wirklich in den Griff bekommen werden und warfen einen Sechs-Punkte-Vorsprung heraus, den die Wiener Delphine das ganze erste Viertel über hielten (18:12). Den zweiten Spielabschnitt dominierten die Wiener, angeführt von Reichl mit 12 Punkten in diesem Viertel, und bauten den Vorsprung konsequent aus. Mit einem Dreipunktspiel und einem Layup durch Holdernig in der letzten Minute vor dem Wechsel erzielten die Wiener die 42:27-Pausenführung – eine Vorentscheidung schien bereits gefallen zu sein.
Doch ein toller 10:2-Lauf, mit dem die Steirer in die zweite Halbzeit starteten, widerlegte diese Theorie. Während bei den Wienern Holdernig mit Foulproblemen auf der Bank saß, Reichl müde schien und lediglich Kainz in der Offensive Akzente setzen konnte, übernahmen der starke Theissl und Goldgruber das Kommando auf dem Court und machten die Partie wieder spannend. In Minute 32 brachte Grabner, mit dem Lambrechter in der Verteidigung überhaupt nicht zurecht kam, die flinken Steine erstmals seit Minute 1 wieder in Führung. Die Führung wechselte jetzt fast mit jedem Angriff. Fünf Minuten vor Ende erzielte Theissl das 64:61, doch im Gegenzug glich der in der zweiten Halbzeit starke Kainz mit einem Dreipunktspiel aus – das bitterste daran war wohl das fünfte Foul, das Theissl in dieser Situation beging. Doch seinen Ausfall steckten die Steirer gut weg, ihre Defense hatte Reichl und Holdernig jetzt gut im Griff. In die letzte Spielminute ging es mit 72:72. Kainz vergibt beide Freiwürfe, im Gegenzug trifft Prem. Die Delphine vergeben ihre Chance auf den Ausgleich, Grundner trifft seinen Layup und erzielt damit die Entscheidung.
Das äußerst spannende erste Spiel in dieser Serie geht somit an die Flink Stones, die damit Anfang Juli ihren ersten Matchball zum ersten österreichischen Meistertitel haben. Gratulation an beide Teams zu diesem würdigen ersten Finale!

Reichl 31, Kainz 19, Holdernig 16, Zarling 4, Dougan 2, Ada, Lambrechter, Selimi bzw. Goldgruber 30, Theissl 19, Grabner 11, Prem 10, Tomaschitz 4, Grundner 2, Koller, Schmerlaib

 

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